Laufen und ich...

... noch nicht einmal Hassliebe...

 

Kennst Du das auch? Du scrollst Dich durch verschiedene Profile und Accounts, siehst die tollen Aktionen und Leidenschaften, denen alle anderen Menschen auf der Welt nachgehen und denkst: Das sieht ja toll aus... Warum mache ich das nicht?... Das muss ich sofort ausprobieren... Ich will das, was sie/er hat. Bei mir ist es das Laufen. Den Kopf frei bekommen, eins werden mit der Natur, den Gedanken freien Lauf lassen und die Kreativität erwecken, nur ich, der Wald und mein Atem..... So, oder so ähnlich wird mir das Laufen "angepriesen". Zumindest kommt es für mich immer so rüber. Und Du kannst Dir nicht vorstellen, wie oft ich schon den Versuch gestartet habe. Rein in die Laufschuhe, raus in die Natur. Doch leider sieht meine Realität ganz anders aus. Es geht schon damit los, dass mein Körper eine gefühlte Ewigkeit braucht, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Bis dahin zwickt und zwackt es so ungefähr überall. Danach stellt sich die Langeweile ein. Ständige Blicke auf die Uhr, Kopf- und Gedankenkino und immer diese beiden, sich abwechselnden Fragen: Ist es noch weit? Wann kommt endlich dieser Flow, von dem sie alle sprechen?  Um dem auf die Sprünge zu helfen, habe ich nichts unversucht gelassen: Mit und ohne Musik, Laufvariationen, sogar ein Pony hat mich schon am Strick in meiner Hand begleitet. Nichts... Kein Lächeln im Gesicht, keine Glückseligkeit. Am Ende war ich immer froh, wieder zu Hause zu sein. Von neuen, tollen Ideen und klaren Gedanken keine Spur.

 

Ich habe nun endlich eingesehen, dass der Funke niemals überspringen wird. Man kann halt nichts erzwingen. Dann gehört das Laufen eben nicht zu meinen großen Leidenschaften. Davon geht die Welt nicht unter. Und wenn ich es mir recht überlege, gibt es so viele andere Dinge, die mich mit Glück und Leidenschaft erfüllen. Sogar gleich beim ersten Mal.

Mein Laufpartner und mein sehr (un-) zufriedenes Gesicht nach einem schönen Läufchen :-)


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